Mitsubishi bringt den Eclipse Cross PHEV nach Deutschland – mit bewährter Technik im kleineren Format

Auto

Nicht immer liegen Verzögerungen bei Modellstarts an technischen Schwierigkeiten. Besonders dann nicht, wenn ein bereits erprobtes Konzept auf kleinere Fahrzeugklassen übertragen wird – ein gängiges Vorgehen in der Automobilindustrie. Doch bei Mitsubishi, dem kleinsten Mitglied der Allianz mit Renault und Nissan, stand im vergangenen Jahr plötzlich sogar ein möglicher Rückzug vom europäischen Markt im Raum.

Im Sommer verkündete der japanische Hersteller überraschend, vorerst keine neuen Modelle für Europa entwickeln zu wollen. Diese Entscheidung traf viele Vertriebspartner, insbesondere in Deutschland – dem wichtigsten Markt für Mitsubishi in Europa – völlig unvorbereitet. Nach intensiven Gesprächen mit den Partnern wurde der ursprünglich geplante Entwicklungsstopp jedoch gelockert. Das Ergebnis: Der Eclipse Cross mit Plug-in-Hybridantrieb (PHEV), längst fertig entwickelt, kommt nun doch auf den deutschen Markt.

Zwischen Marktlogik und Strategiechaos

Aus wirtschaftlicher Sicht wirkte Mitsubishis Zögern unverständlich. Denn der Eclipse Cross hat mit seinem Hybridantrieb durchaus Potenzial. Das zugrundeliegende Technikpaket stammt vom erfolgreichen Outlander, der sich seit 2013 zum meistverkauften Plug-in-SUV Europas entwickelte. Weltweit wurden inzwischen über 270.000 Exemplare dieses Modells verkauft.

Auch in Deutschland zählt der Outlander PHEV zu den Verkaufsschlagern der Marke. Allein im Jahr 2020 wurden über 8000 Fahrzeuge zugelassen. Damit lag das Modell direkt hinter dem Kleinwagen Space Star auf Platz zwei der internen Verkaufsstatistik von Mitsubishi – zumindest in der Plug-in-Variante. Dasselbe Antriebskonzept nun auf ein kompakteres Fahrzeug zu übertragen, erscheint logisch. Denn viele Kundinnen und Kunden suchen nach Alternativen zum wuchtigen, fast 4,70 Meter langen und zwei Tonnen schweren Outlander.

Eclipse Cross: Kleiner, aber nicht klein

Ganz als Kompaktmodell kann man den neuen Eclipse Cross zwar nicht bezeichnen, mit 4,54 Metern Länge ist er jedoch deutlich kürzer als der Outlander. Die Karosserieform bewegt sich zwischen SUV und Coupé, was dem Modell ein dynamischeres Auftreten verleiht. Je nach Lesart sprechen die Marketingabteilungen von einem Coupé-SUV oder einem SUV-Coupé – ganz im Trend der Zeit.

Antriebstechnisch vertraut und effizient

Technisch bleibt sich Mitsubishi treu: Im Eclipse Cross PHEV arbeitet ein 2,4-Liter-Benzinmotor in Kombination mit zwei Elektromotoren – einer an der Vorderachse mit 82 PS, einer an der Hinterachse mit 95 PS. Der Verbrenner leistet 98 PS, etwas weniger als im größeren Outlander, arbeitet jedoch ebenfalls nach dem Atkinson-Prinzip. Dieses erlaubt durch variable Ventilsteuerung eine höhere Effizienz bei geringerer bis mittlerer Motorlast und trägt so zur Verbrauchsreduktion bei. In Summe liefert der Antriebsstrang eine Systemleistung von 188 PS.

Der aus dem Outlander bekannte Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 13,8 kWh wurde leicht überarbeitet. Nach dem älteren NEFZ-Messzyklus ermöglicht er eine rein elektrische Reichweite von bis zu 61 Kilometern. Wie bei allen Plug-in-Hybriden hängt die tatsächliche Reichweite jedoch stark von Fahrweise, Strecke und Umgebungstemperatur ab. Gerade im Winter, wenn Heizung und weitere Verbraucher genutzt werden, reduziert sich die Reichweite spürbar.

Praxistest zeigt realistische Werte

Im Test des Eclipse Cross zeigte sich genau dieses bekannte Muster. Bei moderater Fahrweise und einer laut Bordcomputer angegebenen Restreichweite von 39 Kilometern war der Akku nach 34 Kilometern leer. Das liegt im üblichen Bereich und bestätigt, dass Mitsubishi mit realistischen Werten plant – zumindest wenn man die Bedingungen im Blick behält.

Fazit: Solide Technik trifft auf späte Marktentscheidung

Mit dem Eclipse Cross bringt Mitsubishi ein solides, bewährtes Fahrzeug auf den Markt, das dank Plug-in-Hybrid-Antrieb in eine zunehmend elektrifizierte Mobilitätslandschaft passt. Zwar kam die Entscheidung für den Deutschlandstart spät, doch die Technik spricht für sich. Der kleinere Bruder des Outlander könnte genau die Lücke schließen, die viele Kundinnen und Kunden zwischen zu großem SUV und zu kleinem City-Flitzer sehen.